Tauchausbildung
Wer sich dazu entschließt, einen Tauchschein zu erwerben, benötigt zu allererst eine Tauchsportärtzliche Untersuchung. Hierbei wird das Lungenvolumen, der Allgemeinzustand und das Trommelfell analysiert. Gibt es aus medizinischer Sicht keine Einwände, muss nur noch die Taucherausbildung gemeistert werden.
Auf der Internetseite des Verbands Deutscher Sporttaucher vdst.de kann man sich über mögliche Tauchschulen in der Nähe seines Wohnortes informieren. Der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) ist der Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques, kurz CMAS, untergeordnet. Die CMAS ist gemeinsam mit dem Professional Association of Diving Instructors (PADI) der größte Tauchsportverband, der Taucherausbildungen anbietet. Hat man eine für sich passende Tauchschule gefunden, ist es empfehlenswert, telefonisch einen ersten Termin zu vereinbaren. Das Verleihen des Tauchequipements ist in allen Tauchschulen im Ausbildungspreis stets mit inbegriffen. Um eine Tauchausbildung starten zu können, muss man mindestens 15 Jahre alt sein.
Die Tauchausbildung beginnt grundsätzlich mit einem theoretischen Teil. Hier erlernt man das richtige Verhalten am und im Wasser, die Gerätelehre und die verschiedenen Tauchgangsberechnungen. Dieser Teil erstreckt sich über mehrere Termine und wird mit einer schriflichen Prüfung abgeschlossen. Die praktische Ausbildung gliedert sich in zwei Teilbereiche. Der erste Bereich ist die Flachwasserausbildung. Hier begibt man sich das erste Mal unter Wasser, was sehr oft in einem Schwimmbad geschieht. In einem abgeschlossenen Tauchbecken, wie dem Schwimmbad, erlernt man in ersten Schritten den Umgang mit dem Tauchequipement und das austarieren unter Wasser.
Beim Austarieren geht darum, den Schwebezustand im Wasser auf einer bestimmten Tiefe zu erreichen. Die Anzahl der Übungsstunden in diesem Teil richtet sich nach dem Ermessen des Tauchlehrers, da dieser auch die Verantwortung im freien Gewässer zu tragen hat. Danach wird das im Übungsbecken erlernte Wissen in sechs Freiwassertauchgängen gefestigt. Der praktische Teil enthält zum Abschluss einen Test unter Wasser, bei dem die erworbenen Fähigkeiten sofort abgerufen werden müssen. Nach Bestehen dieses Tests ist man ein CMAS * Bronzetaucher oder nach PADI ein Open Water Diver. Bescheinigt wird das Bestehen mit einer Urkunde, einem Taucherpass und einem Taucherlogbuch. Mit diesen Dokumenten ist man dazu berechtigt, weltweit an allen Tauchbasen mit einem höhergestellten Taucher unter Wasser zu gehen. Grundsätzlich darf niemand, selbt der Tauchlehrer nicht, alleine einen Tauchgang machen, da dies zu risikoreich ist.
Als Bronzetaucher oder Open Water Diver benötigt man einen CMAS ** Silbertaucher oder einen PADI Advanced Open Water Diver an seiner Seite. Um an einem Fortgeschrittenen Kurs der CMAS ** Silbertaucher teilnehmen zu können, muss man in seinem Taucherlogbuch mindestens 25 Tauchgänge nachweisen können. Ein Teil des Kurses stellt auch hier wieder die Theorie dar, die mit einer schriftlichen Wissensprüfung bestanden werden muss. In der Praxis benötigt man hier so genannte Sonderbrevets. Ein Brevet ist hier die Orientierung, bei dem man den Umgang mit dem Kompass und die natürliche Orientierung unter Wasser erlernt. Desweiteren ist eine Grundlage die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW), die in kritischen Situationen lebensrettend sein kann. Auch muss man einen Nachweis über eine absolvierte Gruppenführung erbringen. Bei einer Gruppenführung muss man in der Lage sein, zwei Personen unter Wasser zu führen und den Tauchgang zu verantworten. Nach Bestehen aller Sonderbrevets, der schriftlichen Wissensprüfung und einer weiteren praktischen Prüfung hat man den CMAS ** Silbertauchschein. Mit diesem Nachweis ist man selbst dazu befähigt mit * Bronzetauchern zu tauchen.
Beim Advanced Open Water Diver der PADI benötigt man hingegen lediglich fünf, im Taucherlogbuch festgehaltene, Tauchgänge und keine Zusatzqulalifikationen. Der Kurs beinhaltet hier ausschließlich fünf Theoriestunden und fünf Tauchstunden im Freiwasser. Darauf folgt bei PADI der Rescue Diver, der eine Weiterführung des Advanced Open Water Diver darstellt. Das Mindestalter beträgt hier 15 Jahre. Hier werden unter anderem folgende Fähigkeiten vermittelt: Selbstrettung, Umgang mit einem Taucher in Panik und die richtige Vorgehensweise bei Notfallbeatmung im Wasser. Diese Fertigkeiten wurden ansatzweise bei CMAS im Kurs ** Silbertaucher ebenso vermittelt.
Im Anschluss an den Rescue Diver hat man bei PADI die Möglichkeit den Master Scuba Diver zu erlangen. Hier müssen mindestens fünf von 27 vorgeschriebenen Spezielkursen erfolgreich absolviert werden. Zu den Spezialkursen gehören beispielsweise das Bergseetauchen, das Strömungstauchen, das Eistauchen, das Nachttauchen, Suchen und Bergen und die Tarierungskontrolle. Zudem müssen mindestens 50 geloggte Tauchgänge festgehalten sein. Bei der CMAS geht es nach dem ** Silbertaucher auf den CMAS *** Dive Leader. Auch hier besteht die Fortbildung aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Das Mindestalter für diesen Tauchschein beträgt 18 Jahre. Die Sonderbrevets Tauchsicherheit, Tauchrettung und Nachttauchen müssen erfolgreich absolviert worden sein. Zudem muss der Taucher mindestens 65 Tauchgänge nachweisen können. Nach erfolgreichem Bestehen dieser Prüfungen ist man Tauchgruppenleiter nach EN14153-3. Wenn der Tauchgruppenleiter über ausreichend Praxiserfahrungen verfügt, hat der die Möglichkeit sich zu einem Tauchlehrerassistenten oder Tauchlehrer ausbilden zu lassen.